Fruchtgummi selber machen – Bei Bärchen aus eigener Produktion kann man auf unerwünschte Zusatzstoffe verzichten
Ernährung 09 03 2010 - 18:33Hamburg (ddp). Die Zeiten, in denen es im Supermarkt nur zwei oder drei Sorten Gummibärchen zu kaufen gab, sind passé. Mittlerweile füllt die Süßigkeit in Form von Dinos, Schlümpfen, Pilzen, Vampiren, Joggingschuhen und unzähligem mehr ganze Supermarktregale. Trotz des großen Angebots gibt es aber viele Anreize, Fruchtgummi selbst herzustellen. «Der größte Vorteil ist wahrscheinlich, dass man so die Zutatenliste genau kontrollieren kann», erklärt Kay-Henner Menge, Autor des Buchs «Fruchtgummis natürlich selbst gemacht» (Südwest).
So könne man zum Beispiel ungeliebte Zusätze wie Farb- und Konservierungsstoffe weglassen. «Außerdem kann man auf Gelatine verzichten und stattdessen eine Mischung aus den pflanzlichen Geliermitteln Pektin und Agar Agar verwenden», erklärt der Experte. Das sei besonders für Vegetarier oder Menschen, die auf Schweinefleisch verzichten, von Vorteil. «Bei der Eigenproduktion kann man zudem genau die Geschmacksrichtung kreieren, die man am liebsten mag, unabhängig vom Angebot im Supermarkt», betont Menge.
Die Fruchtgummiproduktion sei mit der richtigen Ausrüstung relativ einfach. Menge benutzt für die Herstellung Speisestärke, ein Backblech und Motivstempel. Die Speisestärke dient wie beim Gießen mit Gips als Form für die flüssige Fruchtgummimasse. Die Stempel haben denselben Effekt wie ein umgedrehtes Sandförmchen: Sie werden in die Stärke gedrückt und hinterlassen dabei Hohlräume mit dem Relief des Motivs.
«In die Hohlräume wird später die flüssige Fruchtgummimasse eingegossen», erklärt Menge weiter. Nach dem Auskühlen könnten die Gummimotive aus der Stärke gelöst werden. Als Formvorlage ist neben den Stempeln prinzipiell alles geeignet, was beim Eindrücken einen erkennbaren Abdruck hinterlässt. «Man kann auch Plätzchenformen verwenden», sagt der Autor. Hier werde die Fruchtgummimasse in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Auflaufform gegossen. Nach dem Festwerden könne man die gewünschten Motive aus dem fertigen Fruchtgummi ausstechen.
Wer sich für die Produktionsvariante mit der Stärke entscheide, müsse diese etwa zwei Zentimeter dick auf einem Backblech verteilen und leicht mit einem Pfannenwender festdrücken. Am besten komme das Ganze nun noch 30 Minuten in den Kühlschrank, bevor man die Motive stempele. Während das Backblech im Kühlschrank ruhe, werde die Masse für den Fruchtgummi zubereitet.
»Als Basis für den Geschmack können Sie zum Beispiel Fruchtsäfte, Fruchtpürees oder Smoothies verwenden«, sagt Menge. Als Süßungsmittel kommen verschiedene Zuckersorten, Honig oder Agavendicksaft in Frage. «Dazu benötigt man noch etwas Säure, um bei Pektin das Hartwerden zu unterstützen», erklärt der Experte. Geeignet seien Zitronensäure, beispielsweise in Pulverform oder auch Zitronen- und Limettensaft.
Die Zutatenmischung werde verrührt und in einem kleinen Stieltopf aufgekocht. »Lassen Sie die Flüssigkeit nun etwa vier Minuten köcheln und danach abkühlen«, erklärt der Autor. Erst wenn die Masse Körpertemperatur erreicht habe, dürfe man sie ins vorgestempelte Stärkebett eingießen. »Ansonsten löst sich die Stärke nachher nicht gut ab und das schmeckt scheußlich«, erklärt Menge. Nach etwa drei Stunden im Kühlschrank könne man überprüfen, ob der Fruchtgummi sich schon aus seinem Bett heben lässt. »Nehmen Sie dazu einen trockenen Pinsel zu Hilfe, um die Gummibonbons von der Stärke zu befreien«, erklärt Menge.
Beim Geschmack könne jeder selber mit seinen Lieblingsaromen experimentieren. Der Autor stellt in seinem Buch zum Beispiel Rezepte für süße Sanddorn-Honig-Bärchen, Erdbeer-Joghurt-Mäuse, Holunderblüten-Blumen oder Apfel-Grenadine-Hasen vor. »Wer es geschmacklich etwas gewagter mag, sollte die Ananas-Rote-Beete-Dinos oder die Grüntee-Ingwer-Herzen ausprobieren«, rät der Autor. Neben dem Geschmack unterscheiden sich die selbst gemachten Süßigkeiten auch in der Konsistenz von den gekauften: «Sie sind weicher und lassen sich besser kauen», erklärt Menge.
Quelle: ddp/tei/esc von ddp-Korrespondentin Tina Eichmüller
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